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GESCHICHTE UND TOPOGEAPHIE

DER

STADT ROM IM ALTERTUM.

VON

Db. OTTO GILBERT

CriTOI DBS UHIT.-BIBLXOTHSK UND DOCBNT FÜB ALTB OESCUICUtB ZU QÜTTINOEK.

ERSTE ABTEILUNG.

LEIPZIG,

DRUCK UND VERLAG VON B. ü. TEUBNEU.

1883.

17DEC33

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Inhalt.

Seite

Kapitel 1. Die Voraussetzungen der Stadtbildung Roms 1

Kapitel 2. Die Dörfer des Westpalatinus 36

Kapitel 3. Die palatinische Stadt 94

Kapitel 4. Das Septimontium 161

Kapitel 5. Die ramnisch-ti tische Doppelstadt 244

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Erstes Kapitel. Die Voranssetziingen der Stadtbildnng Roms.

Die Ebene von Latium ist eine verhältnismäfsig junge Bil- dung: sie ist ursprünglich Y(Jm Meer bedeckt gewesen, aus dem nur einzelne Hohen wie Inseln und Riffe hervorgeragt haben mögen.^) Vulkanische Kräfte haben die Ebene geschaffen: denn ihnen verdanken Land, Gebirge und Seeen, sowie die ganze eigen- tümlich gestaltete Oberfläche ihre Entstehung. Zunächst waren es Vulkane, welche über die noch vom Meere bedeckte Ebene eine mächtige Schicht vulkanischen Tuffs ergossen, der, alle Teile des weiten Gebiets in fast gleichem Mafse überflutend, wie eine schutzende Decke sich über dieselben gelagert hat.^) Weiter

1) Vgl. G. Brocchi dello stato fisico del suolo di Roma. Koma 1820, namentlich die parte seconda dieses Buchs della fisica costituzione del suolo S. 82 ff. Sodann die zahlreichen Arbeiten Gius. Ponzis, namcDtlich sullo etato fiflico del suolo di Roma, Giorn. Are. 1858, Bd. 165, S. 28 49; sto- ria naturale del Lazio, Giorn. Are. 1859. Bd. 158. S. 104—143. Storia iisica deir Italia centrale, Atti della r. accad. dei Lincei 1870—71. Bd. 24. S. 191—224. Femer G. vom Rath Zeitschr. d. d. geolog. Gesellnch. Bd. 18. 1866. S. 487—642. Endlich v. Moltke Wanderbuch. Berlin 1879. 8. 31—66, den ich um so lieber hier nenne, als seine Darstellung eine im besten Sinne populäre Beschreibung der 'geologischen Vorgäuge giebt, welche die lati- nische Ebene geschaffen haben. Aufserdem sei hier für diese und alle fol- genden Fragen ein für allemal die vom Miuistcro di agricoitura industria e commercio für die Pariser Ausstellung 1878 publizierte Monognitia della cittä di Roma e della Campagna Romana; vol. 1 und 2, sowie Appcndice und Atlas. Roma 1881 genannt: ein Werk, welches eine grofse Fülle von Material und Litteratur zusammenfafst.

2) über das Eruptionsgebiet dieses Tuüs vgl. vom Rath a. O. 8. 498: „Werfen wir diese Frage (nach der Ausbruchskjtelle des Tuffs) für die un- geheure Masse des rOmischen Tuffs auf, welche einen Raum von etwa zwan- zig deutschen Quadratmeilen in einer mittleren Mächtigkeit von weit über 100 Fufs bedeckt, so können wir deren Ursprungsstättc nur in den vulka- nischen Bergen um den ciminischen und sabatinischen See linden**.

Gilbert, Geceh. a. Topogr. Borns. 1

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waren es vulkanische Kräfte, welche den einst tiefer rulienden Boden bewegten und hoben und ihn so aus dem Meere zu Land uiuschufen. ^ ) So stieg die Ebene von Latium aus den Fluten des mittelländischen Meeres hervor: von einer starken Schicht vulkanischen Tuffs überdeckt, welcher, in horizontalen Schichten über einander gelagert, der Hauptmasse nach locker und zerreib- lich ist, stellenweise jedoch zu solcher Festigkeit wird, dals er als Baustein verwandt werden kann.^)

In diesen dem Meer enthobenen Tuffboden haben sich nun die von Norden und Nordosten kommenden Flüsse hineingearbeitet. In mühsamem Ringen haben sie sich in un<l durch die Tuffinss.son einen Weg gebahnt, um endlich nach vielfach gewundenem Lauf vereint das Meer zu erreichen. Denn alle die gröfseren und klei- neren Flüsse, welche in die Ebene herabströmen, nimmt der Tiber in sich auf, der so die Appenninwasser sammelt und in einem Strome zum Meere trägt. Diese Zuflüsse des Tiber, vor allen der Anio, bringen nun aber aus dem Appennin eine grol'se Menge feiner Kalkteile mit sich, welche, sieh krystallisierend und so- dann in der Ebene absetzend, ein Gestein bilden, welch<»s, als

1) Vpl. vom Rath a. O.: „Dnrch die mächtigen Eniptionen, welche zu Ende der Tortiärzeit auR den vulkaniscbfn Schlünden der Umgegend von Viterl)0 und Bracciano sich ereigneten und deren Material sich auf dem Boden ♦'ines weniger tiefen Meeres auRbreitt^te , wurde der Seegrund all- mählich erhöht. FIs folgte schliefälich eine Hebung diesen ganzen Ijiuid- strichs, wodurch das vorherrschend au» zerreibliehem Tufte gehihlete (le- liit't der Erosion der FlüsRe ausgesetzt wurde*'.

2) Vom Uath a. O. S. 400 f.: „Dfr römische Tufl" ist von dunkel- oder lichtbranner Farbe und deutlich geschichtet. Schon diese Schifhtung, welche horizonbil sich übiT weite Räume verfolgen liifst, V>e weist, dafs wir hit^r eine untermeerische lUldung vor uns haben". „Her Tutf wechselt vielfach in si;iner Beschatfenheit : die herrschende Varietät ist locker und zerreib- lich;. feinerdige wechseln mit grobstückigen Schichten." Über diesen festen Steintuff vgl. namentlich Brocchi a. 0. S. 111- 115: „11 suo calore e rosso bruno o lionato con uiacchie di tinta piu carica o avanciata che dipendono da framnieoti di lava scoriacea la cui tessitura accosta a quella delhi po- miiM'*'. „11 tufa litoide si affaccia in grossifisimi banchi/* „Di lal pietra e costrutt« l'arcata della Cloaca Massiiua.*' „Ai t^mpi di Servio Tullio si «ulnpri» in niaf^si squadrati nella fabbriea delh^ mura della cittii fortiticate dair argiiH' che j»ortava il nome di (|uebto n».** Ebenso sind die Mauern der ])alatiiiiHchen Stadt aus diesem Tuff erbaut. „II tufa di (-ui parliamn avevii presso gli antichi Komani il nonie proprio e si>ecitico «li saxnni quadralum o lapis quadratns.*'

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TraYertin bekannt^ allmählich zu grofsen Massen sich ablagert UD(1 namentlich in der Ebene von Tivoli zu mächtigen Schich- tungen sich erhebt*)

Aber die Thätigkeit der vulkanischen Kräfte war noch nicht beendet. Sie hoben in einer folgenden jüngeren Periode das Albanergebirge aus der Ebene empor, dessen ganzer äufserer Ring zu einem mächtigen Kraterrande, zu einem hohen Walle tiich gestaltet, welcher nur gegen Westen sich öffnet. Dieser ge- waltige Ringwall fallt nach innen zu einem weiten halbmond- fonnigen Thale, der Valle die Molara, ab, in dessen Mitte wieder in einer erneuten vulkanischen Kraftäufserung der fast vollkommen zirkelrunde Kranz des centralen Kraters emporsteigt, dessen höchster Gipfel der jetzige Monte Cavo ist.^) Und wäh-

1) Vgl. G. Ponzi deir Aniene e dei suoi relitti, Atti d. acc. pontif de' Nnovi Lincei T. 16. 1861—1862, S. 327—356. Vom Rath a. 0. S. 601: „wie die Gerolle der mechanischen Wirkung des Wassers ihre Lagerung ver- danken, so ist der Travertin eine chemische Ablagerung der kalkgeschwängor- ten Appenninenflüsse**. Über die Entstehung des Steins vgl. namentlich Ferd- Cobn in N. Jahrb. f. Min., Geol. u. Paläontol, 1864 S. 680 610, welcher konstatiert, „dafs noch heutzutage an allen im Bett des Aniene nnterhalb der Cascade beiindlichen Körpern Travertin sich in ganz dersel- ben Eigentum hchkeit bildet, wie er in grofsartiger Ausdehnung in den um- gebenden Felsen auftritt'\ Es sind namentlich Wassermoose und Algen, welche den Ausgangspunkt des sich bildenden Steius abgeben, um die sich zunächst eine Ealkkruste ansetzt, die mehr und mehr wächst und schliels- Hch in fortdauerndem Erystallisationsprozefs zu mächtigen Steinniassen wird. Dber die Lagerungsplätze dieses nach seinem Hauptfundorte von den Alton lapis Tibnrtinus genannten Steins vgl. namentlich vom Kath a. 0. 503 f. V. Moltke a. 0. 48 ff. Über sein Aussehen v. Buch Geognost. Be- obachtungen auf Keisen Bd. 2. Berlin 1800. S. 26 ff., vom Kath a. 0. 502: „der Travertin ündet sich einerseits dort, wo der Flufs Kaskaden bildet oder bildete, andererseits dort, wo sein Wasser in seeartigen Weitungen stagnirte. Nach dieser Verschiedenheit der Örtlichkeiten ist die Beschaffen- heit der Travertine eine sehr verschiedene; dort gleicht das Gestein einer schwammigen Masse, hier ist es homogen und dicht^S Ober diese letztere Art sagt V. Moltke S. 61 : „der Travertin hat eine sehr homogene Bildung, selten sind fremdartige Körper eingesprengt. Er ist porös aber fest und zeigt eine graugelbliche Färbung, die mit der Zeit den schönen röthlichcn and goldgelben Schimmer annimmt, welcher die alten Bauwerke auszeich- net**. Der Travertin ist gegen Ende der Bepublik und namentlich in der Kaigerzeit mehr und mehr zur Herrschaft in der Architektur gelangt, wes- lialb vom Rath a. 0. S. 601 mit Recht sagt: „der Travertin giebt der ewigen Stadt ihre architektonische Physiognomie**.

2) Vom Bath a. 0. 610 ff. Dafs die Eruptionen dos Albanergobi rgs

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rend nun vulkanische Senkungen im W. und SW. die Seeen von Albano und Nemi schaffen*), ergiefsen sich aus den machtigen Kratern des Gebirges Flüsse von Lava, Ströme von Aschenregen über die Abhänge herab und in die Ebene der Campagna hinein und fahren so neue Elemente der Bildung dem Boden zu. Denn während noch heute mehrere alte Lavaströme erkennbar sind*), die vom Monte Cavo herab ihren Weg in die Ebene genommen haben, sind es aufser diesen harten erstarrten Lavamassen nament- lich die beiden Bildungen des Sperone^ und Peperino*), die als

jünger siud als diejenigen, welche die Ebene mit der Tuffschicht überzogen haben, erkennt man namentlich daran, dafs die Produkte jener in dünnen Straten die Tuffe überlagern.

1) Andere Kraterseeen sind der lacus Gabinns, Kegillus etc.: vgl. vom Rath a. 0. 616 ff.

2) Über die Lavaströme vgl. vom Kath a. 0. S. 532 ff. Auf Rom zu haben sich zwei Ströme ergossen, deren einer V/^ Miglie südöstlich vor der Porta S. Sebastiano, der andere 4 Miglien südlich vor Porta S. Paolo sein Ende findet; beide haben aber einen gemeinsamen Ursprung westlich vom Albanersec: auf dem Walle de» crsteren Stromes läuft eine Strecke der Via Appia. Vgl. die Karte, welche vom Kath seiner Abhandlung bei- gefügt hat. Ober die Bestandteile dieser kurz als Basalt bezeichneten Lava- masricn vgl. vom Kath a. 0. Diese Lava ist hart und tönend und hat eine bläulich-schwarze Farbe : sie wurde besonders zu Strafsenpflasterungen ver- wandt. Moltke a. O. S. 40.

H) Vom Rath a. 0. 524 ff. : „Die Lava Sperone stellt eine poröse, leichte, bei dem ersten oberflächlichen Blicke fast dicht erscheinende Masse dar von bräunlich- oder gelblich-grauer Farbe". „Der Sperone erscheint in mächtigen bankartigen Massen gelagert und bildet wesentlich den tuscula- nischen Höhenzug und vielleicht die Hauptmasse des ganzen Gebirges. An seiner Oberfläche geht der Sperone allmählich in zusammengebackene Schlaekenconglomcrate, dann in lockere Schlacken und Aschen über, welche Schichten bilden, wie dieselben einen Niederfall aus der Luft beweisen. Diese Mansen, teils von roter und brauner, t«ils von schwarzer Erde, schlie- fsen durch ihre Lagerung und unverbundene Beschaffenheit im Vergleiche mit dem römischen Tuffe eine marine Bildung aus. Aus diesen lockeren Tuffen besteht der centrale Krater mit dem M. Cavo, der gröfsere Teil der Valle di Molara, sowie der ganze peripherische Ringwall. Die Schlacken und Aschenmasven bedecken in einem weiten Umkreise das Land und ver- breiten sich in f>tet8 dünneren, durch feiner zerteiltes Matorial gebildeten Straten V»is weit in die Ebenen.'*

4) Vom Kath a. 0. S. 539 ff'. : „Unter allen vulkanischen Gesteinen ist der Poperin das auffallendste und seltsamste; es ist in dieser Weise von keinem andern Punkte der Erde bisher bekannt geworden. Eine ßreccie von meii^t lichtgrauer Farbe, welche zahllose Einschlüsse enthält, oft so dicht-gcdrangt, dals das erdige Cemcnt beinahe verschwindet. Die Ein-

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Prodakte der Eruptionen des Albauergebirges nachweisbar , in mehr oder weniger festen Gestaltungen grolse Teile des Gebirges selbst sowie der Ebene überdeckt haben. ^)

Als nun die Thätigkeit der Vulkane allmählich erlosch^, war die physische Gestaltung der Ebene abgeschlossen und mensch- licher Thatkraft ein Boden geschaften, auf dem sie mit Erfolg wirken konnte. Das ist denn auch geschehen: in die neugeschaf- fene Ebene sind wer mochte auch nur eine Vermutung dar- über wagen, wieviele Jahrhunderte zwischen den mächtigen Erup- tionen des Albaner Kraters und der Besiedelung durch die ersten

ichlüBBe sind teils wohlgebildete Erystalle, teils Gesteinsblöcke, teils end- lich interessante Mineralaggregate**. „So verdankt der Peperin seine Ent- stehung vielfach wiederholten vnlkanischen Auswürfen, deren Material in sdilanunühnlichen Massen sich um die AusbruchsöfEhnngen lagerte und spä- ter erhärtete/* Er ist jüngeren Alters als der Lavabasalt, welchen er an vielen Stellen überdeckt, v. Moltke a. 0. 42 ff. Der Hanptfundort des Peperin ist der westliche und südwestliche Teil des Albanergebirges mit seinen Abhängen.

1) Die Alten bezeichnen den Sperone und Peperino mit den Namen l^ifl Albanus und Gabinus nach den Hanptsteinbrüchen und haben sich dieser Steinarten hauptsächlich in der Periode der Bepublik bedient.

2) Es ist eine Streitfrage, wann die Thätigkeit der Albaner Vulkane erlMchen ist. De Rossi vertritt die Ansicht, dafs dieselbe noch bis in histo- rische Zeit fortgedauert hat: vgl. namentlich Ann. deir Inst. 1871, S. 239 -279 und stützt sich dafür vor allem auf die sog. Hausumen, die mit einer Reihe anderer Gegenstände und namentlich mit Libralassen, welche nicht aber das Ende des 6. Jahrh. v. Chr. hinaufgerückt werden können, angeb- lich unter den Peperinstraten gefunden worden sind; ferner auf die wieder- holten Angaben von Erd- und Steinregen in historischer Zeit, welche er uf Tülkanische Eruptionen zurückführt. Was den letzteren Punkt betrifit, 10 erkennt mit Recht Jordan (ich citiero so: Topographie der Stadt Rom im Altertam von U. Jordan), der 1, 1, 120 Anm. 6 eine Aufzählung dieses Prodigimn giebt, die Erd- und Steinregen nicht als Eruptionen an. Was aber die Fände in der Nckropolis von Albano betrifft, so handelt es sich dabei om eine Controverse, die namentlich in den Adunanze des Istituto vom 3., 10. und 24. Februar 1871 sehr lebhaft zwischen Rossi und Ponzi diskutiert (vgl. BqU. deir Ist 1871. S. 34 63), aber nicht zum Austrag gebracht worden ist. Vgl. namentlich die letzte Abhandlung de Rossis hierüber in Gli Studi in Italia 1880. 11, 78 ff. 216 ff. 481 ff. , wo zugleich die früheren Arbeiten des Verfassers über diesen Gegenstand mitgeteilt werden. Für ans ist die ganze Frage von untergeordneter Bedeutung. Auf dem Gebiete der Stadt Rom kann man mit Wahrscheinlichkeit nur das solum fiiuians des Tarentnm auf dem Campus Martins (vgl. Kap. 6) und die Aquae liiii- tolae (fgL Kap. 4) als vulkanische Erscheinungen geltend machen«

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Einwanderer liegen^) Ansiedler vom Norden und vom Meiere her eingezogen und liaben in dem Ringen langer Generationen diesen bescliränkten, von der Natur in keiner Weise bevorzugten Kaum zu einer der wichtigsten Stellen, ja schliefslich zum Mittel punkte der Welt gestaltet. Betrachten wir daher diese Ebene selbst noch etwas genauer.

Die Campagna, im grofsen und ganzen betrachtet eine Ebene, bietet dennoch eine nicht geringe Abwechslung. Die Anschwel- lungen und Senkungen des Tuffbodens; die tief eingeschnittenen Betten von Bächen, die gewöhnlich aber versiegt sind, oder nur dürftig Hiefsen; die eintönige und doch so warme Färbung der gewellten braunen Fläche; das weite Schweigen und die mclan- chcdisehe Einsamkeit des öden Landes, wie es sich heute dem Auge darbietet: alles dieses kommt zusammen, der Ebene ein sehr cha- rakteristisches Gepräge zu verleihen, welches zu allen Zeiten die Aufmerksamkeit des Künstlers, des Naturfreundes, des Geschichts- forschers in gleicher Weise auf sich gelenkt hat. Die Anschwel- lungen des Bodens zu Hügeln sind nirgends bedeutend: kujtpen- lormig ragen diese Tufferhebuugen durchschnittlich kaum 30 Meter aus der Ebene auf.

Diese Ebene, an und für sich betrachtet, enthält kein Mo- ment, welches geeignet wäre, ihr eine besondere Bedeutung zu verleihen: diese erhält sie erst durch den Flufs, welcher sie durch- strömt.*) Aus dem Appennin kommend, windet sich derselbe in vielfachen Schlangenlinien durch die Ebene hindurch und bahnt sich, durch vielfache Zuflüsse verstärkt, durch jene kuppenartigen Höhen seinen Weg, die rechts und links seine Ufer krimen. So gelaugt der Flufs drei deutsche Meilen aufwärts von seiner heutigen Mündung zu einer Gruppe von Hügeln, die, der oben angegebenen Durchschnittshöhe von 30 Meter etwa ent-

1) Nach dt'in Fallen der Wasscrhöhe bof^ann die Veget-ation ilir Leben und wir haben anzum'hmeu, dafs zwischen den Endpunkten des Zurücktrcten8 der CJewäsaer und der ersten Kinwanderungen menschlicher Bewohner ein reiches Pflanzenleben zu Wäldern und zu einer vollen Flora erwachsen war. Das hebt Pouzi Giorn. Are. 1858. lid. 155 S. 45 hervor.

2) Über den Tiber im allgemeinen vgl. G. Ponzi storia geol. del Te- vere tJioru. Are. 1S59. Bd. ltJ4. S. 129—149. Das Buch von Molini il Te- vere Fireir/«- 187*.» kenne ich nicht; dji.«< von Sriith thc Tiher and its tri- butari«.*s. London 1^77 bietet wenig für unHcru Zweck Brauchbarets.

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sprechend 0, wie ein zusammenhängendes System erscheinen, wel- ches die Natur planmäfsig gestaltet und in seinen Einzelgliedern in enge Beziehung zu einander gebracht zu haben scheint. Der Flufe windet sich durch diese Gruppe hindurch, oder richtiger an ilu Torbei. Denn indem er zunächst eine grofse Biegung nach Westen macht, in welche Bucht sich die unter dem Namen Cam- pus Martins bekannte Ebene hineinlegt, wendet er sich sodann wieder mehr nach SO. zurück, um zwischen Capitol, Palatin und Aventin auf der einen, dem Janiculum auf der andern Seite sich liindurchzudrängen und dann, sein Thal erweiternd, dem Meere zozustrumen. So läfst er die eigentlich zusammenhängende Gruppe des linken Ufers imberührt und scheidet dieselbe nur von dem laDggedehnten Höhenzuge des rechten Ufers, welcher sich in grö- fserer Höhe und mächtigerer Bildung der eng geeinten Gruppe des jenseitigen Ufers gegenüber figert. Diese Höhen des linken Ufers sind die eigentlichen Stadthügel Roms.

Nimmt man seinen Standpunkt auf dem capitolinischen Hügel ^, dem westlichsten der linkstiberinischen, so sieht man denselben allmählich gegen 0., genauer gegen SO., im Forum zu einer Ebene abfallen, welche sich in ziemlich derselben Richtung (nur entschiedener gegen 0. gewendet) bis zur Grenze der einstigen Öermnischen Mauer und darüber hin ausdehnt imd so die Stadt gleichsam in zwei Teile zerlegt: südlich den Palatinus und Cae- lius, nördlich den Quirinalis (nebst dem Viminalis) und den Es- (juilin US lassend.^) Diese vier Hügel erscheinen wie vier schirmende

1) Höbenan^ben finden »ich bei Brocchi a. 0. S. 211 ff. Vj?l. auch Jordan l, 1, 132 tf. Für unBeru Zweck genügt die allgemeine Angabe des Texte»; über die Hanpthöhen vgl. später betr. Orts.

2) Es ist dieser Orientierungsstandpunkt der natürlichste: das mag «jloettling Gesch. der r. Staatsverf. 202 veranlafst haben, in der Sacra Via den limes decumanus der Gesamtstadt zu erblicken, eine Ansicht, die Nissen Tempi. S. 85 zu der seinen gemacht hat. Vgl. darüber Kap. 8. Gute Bemerkungen über Lage, Bildung etc. der Stadthügel giebt L. v. Buch gcOj^nost. Beobachtungen 2, 36 K

3) Bei diesen und allen folgenden choro- und topographischen Aua- fühnmgen setze ich die Vorlage einer der vielen neueren H. Kiepertschen Karten des alten Rom voraus. Zur Verglcichung wird auch vielfach ein Plan des modernen Rom nützlich sein: ich verweise in dieser Beziehung auf lianta toi>ographica della Direzione generale del Ccnso (1866); am zugäng- lichsten und bequemsten wird sich der Bädekers Mittel-Italien und Rom ^ld83) beigegebene gleichfalls auf 11. Kiepert zurückgehende Plan der Stadt

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Bastionen^ die zum Schutze der mittleren Ebene^ je zwei auf jeder der beiden Seiten, errichtet worden sind: während der Aveu- tin weiter stromabwärts dem Palatinus nach Süden sich gegen- über lagert und, am nächsten an den Flufs herantretend, wie zur Beherrschung desselben aufgeworfen scheint. Man kann den charakteristischen Unterschied der südlichen Hügel von den nörd- lichen dahin fixieren, dafs jene sämtlich steil und isoliert sind^), während diese, alle mit einander zusammenhängend, bedeutend weniger mächtig und imponierend dem Blicke entgegentreten. Enge Thäler scheiden den Palatinus vom Caelius sowohl wie vom Aventinus, während auch diese letzteren beiden Hügel wieder durch eine Thalsenkung getrennt sind. Umgekehrt hängen die

erweisen. Beide Gesichtspunkte vereinigend, auf dem Plane der modernen Stadt zugleich die Reste der antikeä wiedergebend, ist aufser andern : a plan of liome ancient and modern by Jobn Henry Parker C. \i. (Oxford). [1881]. Für einzelne Teile wird später betr. Orts auf Spezialpläne hinge- wiesen werden. Eine besondere kritische Erörterung der neueren Stadt- pläne — die sich für unsern Zweck ausschliefst enthält Jordan 1, 1, 106 114: die daselbst im wesentlichen von H. Matzat herrührende Skizze betrachtet alle seit der Mitte des 16. Jahrb. bis zur Gegenwart er- schienenen Pläne und Karten, unter denen besonders der nach der Jor- dauschen Skizze neu (von Lanciaui) herausgegebene Plan Bufaliuis zu neuneu ist (lu piauta di Roma di Leonardo Bufalini. Roma 1879): weil er eine höchst interessante und wichtige Darstellung der Stadt um die Mitto des IC. Jahrb. giebt. Die leider nur verhältnifsmäfsig geringe Ausbeute ge- währenden Reste des auf die Zeit des Severus und Caracalla zurückgehen- den ottiziellen Stadtplans citiere ich nach: Forma urbis R<)mae regionum XIIII edidit II. Jordan. Berlin 1873. Derselbe hat auch das neueste am 3. April 188*2 gefimdene Bruchstück veröfi'entlicht iu: Ricardo Lepsius gra- tulatur Institutum arfhac^ologicum Gernianicum. Romae 1883. Was endlich die IJegionarier betrifft, so citiere ich auch diese in der Ausgabe von H. Jordan, der in der erwähnten Forma p. 47 64 die zwischen 384 und :;:)7 n. Chr. geschriebene Notitia und das jedenfalls vor 448 n. Chr. geHchriebene Curiosum, welche beide auf eine zwischen 315 und 334 ge- schriebene ältere Zusammenstellung zurückgehen, vereinigt und so diese ältere l^ielle wieder hergestellt hat, bei deren Wiedergabe die Zusätze der Notitia einer-, des Curiosum anderseits durch besondere Khuumeni kennt- lich gemacht werden.

1) Nur die Ost>seite des Caelius verliert in etwas diesen Charakter, in- dem sie sich gleichfalls, wenn auch weniger als die Nordhügel, langsam und allmählich ziur Ebene absenkt. Und das hat Ponzi Gioru. arc. 1&5, S. 44 und V. Moltke a. O. S. 59 veranlafst den Capitoliu, Palatin und Aven- tin in die eine, den Quirinal, Viminal, Ksquilin und Caelius iu die andere Kategorie zu rechnen.

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Nordhfigel^ wenigstens auf einer Seite^ eng zusammen: sie wachsen gleiehsam aus einer Wurzel heraus. Ihr gemeinsamer Rücken wird nämlich von einer Hochebene im 0. der Stadt gebildet, von der aus die Einzelhügel gegen W. und SW. vorstofsen. Am nördlichsten liegt der Quirinalis: er streckt sich von jenem ge- meinsamen Rücken aus nach SW., dreht aber seine Spitze mehr nach S., ja nach SO. um. Fast umgekehrt ist es mit der Haupt- masse des Esquilinus, die am weitesten südlich von der gemein- samen Hochebene auslaufend gerade gegen W. sich richtet, um ilire letzte Spitze mehr nach NW. umzubiegen. So treten sich die letzten Auslaufer des Quirinalis und Esquilinus gegenüber, mn zwischen sich nur ein geringes Thal übrig zu lassen. Diesen beiden Hauptzügen des Quirinalis uud Esquilinus laufen zwei geringere Züge parallel, die, von jenen in die Mitte genom- men, wie schwache Nachahmungen derselben erscheinen. Denn wie eine Wiederholung des Quirinals im kleinen verläuft der Vimi- nalis, während anderseits die geringere Masse des Esquilinus, die unter dem Sondernameu Cispius der älteren Zeit bekannt war, der Richtung nach gleichfalls der südlicheren Hauptmasse sich anschUefst und so wie eine wenn auch geringere Parallelbildung dieser auftritt. So erscheinen Oppius diesen Sondernamen trug die südliche Hauptmasse des Esquilinus und Cispius, Timinalis und Quirinalis wie vier Zungen, die in ihren letzten Spitzen gleichsam auf eine Stelle hinweisen: und diese Stelle ist eben das Thal, welches sich in beschränktem Umkreise unter und zwischen den vier Spitzen ausdehnt und im Altertum den Namen Subura trug. Diese beiden Systeme, das nördliche der in ihrer Wurzel zusammenhängenden Hügel und das südliche der isolierten Bergkuppen, treten sich gegenüber und lassen das in der Stadtbildung selbst von dem Forum und seiner östlichen Fort- setzung eingenommene Thal zwischen sich.

Um sich ein richtiges Bild von dem Terrain der Stadt im Altertum zu machen, mufs man festhalten, dafs dasselbe durch- gehend im Lauf der Zeit eine nicht unwesentliche Bodenerhöhuug erfahren hat. Einmal sind Unebenheiten desselben, die einst vor- handen waren, beseitigt, planiert*); anderseits überhaupt die Ober-

1) Es ist mit Spir. Aubert Roma e Tinondazione del Tevere in Giorn. Aicad. 186S. Bd. 211 S. 146 f. nnd M. St. de Rossi Atti d. acc. i)ontif. dei Lincei Anno 24. 1S71 S. 364 ff. anzunehmen, dafs die Hügel durchgehend

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fläche durch ISchuitmasseii, welche sich über sie gelagert habeu, in die Höhe gewachsen. Mau kann aiinehmeu, dai's überall durch- schnittlich diese Erhöhung circa 8 Meter bald mehr bald weniger beträgt: die Ausgrabungen auf dem Forum, dem Pa- latinus etc. haben den alten Boden erst in einer solchen, ja grüfsereu Tiefe erreicht.^)

einen steileren Abfall gehabt haben, als Hie »ich lieut-e dem Auge liarbieteD. Es kann das aber in der ilauptsacbe nur von den dem Tiber uelbst zuge- kehrten Seiten gelten. An manchen Hügeln lilldt sich diese im Laufe der Zeit teils unabsichtlich, teils absichtlich geschehene Veränderung noch nach- weisen: so die Ausfüllung des Thaleinschuitts auf dem Palatinus, die Um- gestaltung des Quirinalis durch Anlegung des Forum Trajanum, die Ab- schrotl'uug des Esquilinus nach N. 0. etc.: über diese letztere vgl. Uossi im Hüll. d. commifis. arch. com. G S. CG; über jene vgl. Kap. '2 und 5.

1) Ich führe hierfür einige Beispiele an. Um das Jahr 1700 wurde zwi.schen Aveutin und Tiber das IMlaster einer Strasse H2 palmi = c. 7 meter tief aufgedeckt (vgl. Crescimbcni stato della basil. di S. Maria in Cosmedin p. 34 bei Brocchi a. 0. S. 83); gleichfalls um 1700 zwischen Qnirinal und Viminal ein PHastcr c. 1*2 meter tief (vgl. Montfaucon diar. Ital. p. iy5). Brocchi sagt (a. O. 82 f.): la roccia del Palatino non si pub ravvisare in Villa Spada che a quaranta pie purigine (= c. 12 meter) di profondita rimanendo sepolta sotto le rovine del palazzo de' Cesari. Quanto il suolo sia alzato sulla cima di Aventino lo danno a divedere i sotterninoi che souo entro aicune vigue rim^M^tto alla chiesa di S. Sabina ove si mostrano gnindi archi interrati di iuitichi ediiizi. 1'n' immensa congerie di rovinacci r ac- cumulata sulla falda del Piucio rivolta verso quello del (^uirinale. 11 piano del foro Komauo alla colonna di Foca e ben venticinque piedi sotto quello deir odierno campo Vaccine e questa colonna medisima fu eretta sopra autiche roviue etc. Das Marsfeld ist seit der Kaiserzeit um 15 h\ erhöht; das ausgegrabi.-ne Forum Trajani liegt gegen 20 F. tiefer als das jetzige Strasseni^flaster; die Via Ostiensis an der Cestiuspyramide P2 F. unter dem Niveau dtT neuen Strafse. Moltke a. O. S. 6'J f. (So liegt auch di(> alte Via Cassia zwischen Korn und Foligno 3 m., die Via Aemilia bei Piumbino 8 m. tief untt-r der Oberfläche: vom Iliith a. O. 50G.) Das antike Strassen- pllaster unter S. Auastania liegt 54 palmi (c. 12 meter) unter ilem heutigen Niveau Bull. d. Inst. 18G3 S. 113. Die neuesten Ausgrabungen auf der Via Na/ionale erreichten erst 11 m. tief den antiken Boden: Bull. d. (.'omm. mun. y. 1881 S. iy7; andere bei der Villa Wolkonsky 7 m. tief (das. lOlh, and(rre zwischen S. Lorenzo und Porta Maggiore 10 m. tief (das. 2o3). Be- deutend geringere Tiefe des antiken Bodens ist gewühnlich durch beson- dere Verhältnisse bedingt: so 3 m. fdas. S. 206) fauf Bauten hpätester Zeit stofsendi, 2,50 m. (das. G. 1878 S. Gl)), durch eine Niederlegung des Bodens schon in antiker Zeit erklärt etc. Instruktiv ist die Angabe, das. 8. 1880 S. 12, wonach tlic ältesten Grabmäler zwischen Minerva Medica und Porta Maggior«- yj5 ui., <lie Columbarieu der Statilii ebeudort G,25 m., die Kaiser-

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Anderseits ist es allerdings sicher; dafs auch das Flufsbett selbst gegen das Altertum sich nicht unbedeutend erhöht hat und man mag daher zunächst annehmen, dafs bei dieser Erhöhung des Bodens auf der einen , des Wasserspiegels auf der andern Seite das Wechselverhältnis beider sich nicht geändert habe. Denn dafe der Spiegel des Flusses sich erhöht hat, geht einmal aus dem Umstände hervor, dafs Terminaleippi des Tiberufers bedeu- tend tiefer gefunden sind, als die heutige Höhe des Tiberufers beträgt*); sodann aus dem aufgedeckten Boden des alten Empo- rium, welcher zeigt, dafs seit der Zeit Hadrians dieser Boden um circa 1 Meter sich erhöht hat^); femer aus der Thatsache dafs auch die unterirdischen Zuflüsse des Tiber ihr Bett gegen einst bedeutend erhöht haben, indem sie jetzt vielfach über dem alten Strafsenpflaster sich befinden^); endlich aus der Höhe des Aus- flusses der Cloaca maxima, welche ursprünglich über dem Spiegel des Wassers und nicht unter demselben gemündet haben mufs.*)

baoten endlich 2 3 m. unter dem heutigen Boden liegen. Andere Angaben siehe das. S. 163 (Esquilin 6 m.), S. 185 (S. Vitale 8 ra.), S. 201 (Gärten des Maeceuas 9 m.); das. 6. 1878 S. 10 ff. (Piazza di Pietra 3 m.); das. 165 ff. (Via di Pace nur 1,60 m., luachrifb a. d. J. 124 n. Chr.); das. 5. 1877 S. 66 (Esquilin 6,66 m.), das. 147 (vor der Porta Latina 2,50 m.); S. 181 (VicQs portae Collinae 5 m.). Einige Vcrgleichungen zwischen antiken und jetzigen Höhenmafscn giebt Jordan 1, 1, 132 f. Übrigens war das allmilh* liehe Anwachsen des Bodens schon den Alten selbst nicht verborgen, vgl. Frontin. de aquis 1, 18: nam et coUes sensim propter freqnentiam incendio- nim excreverunt rudere. So liegen Pflaster und Fundamente verschiedener Perioden übereinander, wie man das auf dem Forum, Palatin etc. (vgl. Bull, d. comm. 8. 1880 S. 12), namentlich auch an Kirchen wie S. demente Q. a. erkennen kann. Aubert Giom. arc. 211 S. 146 giebt die maximale Eihöhang des antiken Bodens auf 10 Meter an. Vgl. Lanciani Monogr. 1, 2 ff.

1) De Rossi spricht (Atti d. acc. pontif. d. Lincei 1870 71 p. 368) Ton dem im J. 1819 gefundenen (= C. 1. L. VI, 1234a) als dem uuico mo- otiiDento di tal genere che sia stato rinvenuto al proprio posto. Der im J. 1872 gefundene (= C. I. L. VI, 1241b) steht jedenfalls auch bedeutend tiefer als das heutige Niveau und scheint gleichfalls von seiner alten Stelle nicht verrückt zu sein.

2) Hierüber handelt besonders der Brief von L. Bruzza an de Uossi bei diesem a. O. S. 368 ff. Vgl. den auf dem Boden des alten Emporium 1870 gefundenen Terminalcippns C. I. L. VI, 1234 f.

3) Dieser Umstand ist besonders von Aubert a. 0. S. 150 ff. hervor- gehoben.

4) Vgl. V. Moltke a. 0. S. 62: „Nur bei sehr niedrigem Wasserstande nämÜch kommt die Ausmündung des Abzugskanals nahe aufserhalb Ponte rotto zu Tage. Die mittlere Flut benetzt schon den Schlufssteiu des Ge-

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Aber so sicher mau aus diesen Auzeiclieu auf die Erhöbung des Flufsbcttes selbst zurückschliefsen darf ^)^ so ist doch der Zweifel berechtigt, ob diese Erhöhung des Flufsbettes in demselben Ver- hältnis, d. h. in demselben Grade erfolgt ist, wie die Erhöhung des Stadtbodeus und ob .demnach nicht doch im Altertum ver- hältnismäfsig der Flufsspiegel höher gelegen hat und somit auch der Stadtboden in höherem Grade Überschwemmungen aus- gesetzt gewesen ist als heute.")

Zweitens aber ist anzunehmen, dafs der Tiber beileutend gröfsere Wassermassen in seinem Bette zum Meere gewälzt hat: und darüber ist an dieser Stelle noch ein Wort zu sagen. In der That stimmen die Geologen darin überein, dem Tiber sowohl gröfsere Wassermassen, als was ebenso wichtig ist ein stärkeres Gefälle für die älteste Zeit zuzuweisen. Was den er- steren Punkt betrifft, so erkennt man denselben noch heute klar und deutlich aus der Höhe der Travertinbildung*); vor den Tho- ren sowohl wie innerhalb der Stadtmauern reicht eine, wenn auch nur in einzelnen Partieen und Punkten vorhandene Linie des Tra- vertin bis zu 15 m. über der Thalfläche: bis zu dieser maximalen Höhe müssen also die diluvialen Wasser gereicht haben. Bei einer solchen Wasserhöhe mufste nicht nur der Campus Martins, sondern überhaupt die heutige Stadt überflutet sein, der Capitolin, Aventin und Palatin als Inseln hervorragen, die übrigen Hügel als weit vorspringende Halbinseln und Landzungen erscheinen.^)

wölbes. Es ist aber durchaus unwahrscheinlich, dafs der kunstfertig^e Er- bauer die Sohle des Kanals tiefer als bis an den gewöhnlichen Wasserspiegel geführt haben sollte". Vgl. Aubert a. 0. S. 149.

1) Der Hauptgrund hierfür wird in der stetigen Schiammansetzung des Tiber bei seinem AusfluBse liegen, wodurch auch sein Bett sich stetig er- höht hat: vgl. Aubert a. O. 147 ff. Der alte Hafen von Ostia liegt von der jetzig«'n Mündung fast 4 Miglieu entfernt; die jährliche Anschwemmung schätzt man auf fast 2 Meter. Monografia I, XXXIX.

2) Vgl. V. Moltke a. 0. S. 03: ,,Bedeukt man, dafs der Tiber von Rom bis zur Mündung bei Fiumicino überhaupt nur 20 Fufs Gefälle hat, nnd dals dies Gefälle zu keiner Zeit viel weniger betragen konnte, wenn der Flufs nicht aufhören sollte zu fliefsen, so ergiebt sich, dafs das Maximum der Aufdämmung doch nur wenige FuDb, vielleicht gerade die Höhe des Gewölbes der Cloaca betragen kann*^

3) Vgl. vom Rath a. 0. S. 505. Ponzi storia geologica del Terere S. 20. Storia Hsica delf Italia centrale a. O. S. 211. Brocchi a. 0. 8. 85.

4) Vom Rath a. O. S. 605. Ponzi dei monti Mario e Vaticano in Att. d. R. Acc. d. Lincei 1874—75 S. 554. v. Moltke a. 0. S. ö\>.

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Was aber den zweiten Punkt, das stärkere Gefalle des Flusses betrifft;, so nehmen die Geologen an, dafs der Boden in späterer Zeit eine abermalige leichte Erhebung durch die noch nicht gänz- lich erloschenen yulkanischen Kräfte erfuhr^), wodurch notwendig der Lauf des unteren Tiber ein langsamerer wurde. Hatte bei einem stärkeren Gefalle namentlich die Enge zwischen Janiculum und Äventinus wiederholt das Wasser zur Stauung und zum Übertreten gebracht*), so mufste nun bei einem langsameren Strömen des Wassers dieses selbst einen bequemeren und nor- maleren Abfluls erhalten. Auch dadurch also mufste sich all- mählich dasjenige Wechselverhältnis zwischen dem Flusse und seinen Uferstrecken herausbilden, welches im wesentlichen noch heute vorhanden ist.

Wenn nun diese beiden Momente, die stärkere Wassermasse wid die heftigere Stromschnelle, zunächst auch nur für eine Vor- zeit feststehen mögen, so ist es doch anderseits höchst unwahr- scheinlich, dafs der Übergang von jener Periode zu demjenigen Zustande, wie wir den Flufs noch heute vor uns haben, sich gleichsam mit einem Schlage und fast unvermittelt vollzogen habe.') Im Gegenteil nehmen die Geologen an, dafs dieses Über- gewicht des Flusses, wenn ich mich so ausdrücken darf, noch bis in die historischen Zeiten, wenn auch allmählich mehr und mehr zurücktretend, fortgedauert hat und erkennen in den Teichen und Sümpfen, wie sie sich bis in die historischen Zeiten auf dem Boden der Stadt erhalten haben, mit Recht Residua älterer

1) Vgl. Ponsd storia geol. dal Tevere S. 20 f. v. Moltke a. 0. S. 68.

8) Vgl. Y. Moltke a. 0. S. 67 ff. : ,,Sowohl ober- als unterhalb Roms iit das Stromthal von einem Thalhang zum anderen durchschnittlich deutsche Meile breit. Zwischen dem Aventin aber und dem südlichen ^^ des Gianicolo, da, wo die jetzige Stadtmauer herabsteigt, treten sich die Höhen auf 1000 Schritt nahe. Hier mufs natürlich jedesmal eine Stauung stattfinden, wenn nach heftigen Regengüssen im Gebirge Tiber, Nera, Ve- hiio, Anio, Paglia und so viele andere Zuflüsse ihre schnellen Fluten herab- föhren". Und das. 8. 68 : „Die Wirkung der Anstauung des Tiber vor Rom ^t lieh in der Bildung der römischen Hügel deutlich kundgegeben. Von dem hohen felsigen Gianicolo zurückgewiesen, wälzten sich die Fluten gegen dw niedrigere linke Ufer**.

8) Ponzi st. geol. d. Teyere S. 21: „ma per quanto voglia concedersi alla dimümzione delle masse acquee, al sollevamento del suolo , agV inter- funenti deUe materie di trasporto, lo scolo delle acque non fu istantaneo; anzi venne in taluni luoghi ritardato per lunga sorie di anni**.

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Perioden*), wie denn auch die Tradition einmütig diese Annahme bestätigt.^) üas heutige Verhältnis des Tiber zum Boden der Stadt ist ein solches, dals die jährlichen Überschwemmungen des Flusses regelmiÜsig das Marsfeld unter Wasser setzen, die inne- ren Teile der Stadt aber selten erreichen'^): wir haben anzu- nehmen, dufs dieser letztere Fall im Altertum bedeutend häutiger eintrat als heute und dals namentlich auch die Ebene des Forum boarium und des Velabrum konstanter unt(;r ihnen gelitten haben.*) Was aber die für das Altertum anzunehmenden gröfseren Wassermassen betrifft, so mag zu ihrer Erklärung hier noch auf einen Umstand hingewiesen werden, der auch in anderer Hin- sicht wichtig ist. Es ist anzunehmen, dafs die Hügel, welche späÜT die Stadt trugen, selbst, sowie nicht minder die Ebene der Oampagna einst von Wald bedeckt waren. Die Ansicht der Geologen''), wie die Tradition selbst stimmen auch in diesem Punkte wieder überein. Die Sage hebt diese Thatsache nicht nur im allgemeinen hervor, sondern knüpft auch au die einzel-

1) Ponzi a. 0. vom lUth a. 0. 8. 605 f. de llossi a. 0. 305. v. Moltke a. 0. S. r>Oif.

2) llicniiif wird im Kinzelnen znruckzukommen sein: oh 8ci dalier hier nur an die Sage von der Aussetzung des Komnhis und Ki^nius t^rinneri, welche das llereintroton des Tiber bis weit in das Innere der Stadt zur Voraussetzung hat.

3) Uie Höhen illten^r (Jberscliwemmungen finden sich bei lirocchi a. 0. S. "114 verzeichnet. Ober diejenigen der neueren Zeit vgl. die Ki'e- meridi von Hetocohi, der die Statistik einzelner Jahre, sowie einzehier l ber- Kchw<;niuningen auistellt: so vom J. 18GU. Atti d. acc. reale doi Liucei 1870—71 S. 49 ff.; 1870 das. S. 221 ff.; 1874 das. 1871—75 S. 532 ff.; von der Zeit 1802—70 das. S. 202 ff.; von der Überschwemmung im Dezember 1870 das. S. 121 ff., im .lanmir 1871 das. S. 109 ff. Vgl. v. Moltke a. O. S. 56 f.: „Im Jahre 1598 erhob sich binnen kurzer Zeit der Spiegel des Tiber um 32'/^ Fufs. (Jar nicht selten überschwemmt er ])Iötzlich alle Gärten und Weinberge vom Fufs des Mont«' Mario bis zur Stral'se naeh I'onte Molle und noch im Jahre 1840 stand das Wasser in der Stadt selbst bis nahe an den Spanischen Platz*\

4) Vgl. de Rossi a. 0. 378 ff.

5) Vom Hath sagt hierüber a. 0. S. 507: „In einem gebirgigen Lande alW Kultur wie Italien, wo seit den ältesten Zeiten die Ubertlüciie der mittleren Berglehnen für die Bebauung gelockert und Kämme der (Jebirge entwaldet sind, erreicht die stetige Krhöhung der Thalflur und der Kbonen einen viel bedeutenderen Cirad, als in uiisem nördlichen Ländern, wo der Mensch erst spät nnd bei wciUim nicht in dem Malse die Krdober fläche ihrer natürlichen l'Üauzendecke beraubt«**'.

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nen Haine